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Heft 1 einer "Neuen Folge" der "Beiträge zur Marx-Engels-Forschung" stellt Forschungsprojekte vor, die, inspiriert durch die Ansprüche der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA), das Werk von Marx und Engels kritisch rekonstruieren wollen. Warum eigentlich "Neue Folge" einer schon 29 Hefte
umfassenden und zumindest hinsichtlich ihrer spezifischen Problemartikulation nicht schlecht eingeführten Publikation?
Die "Beiträge" fungierten bis eben zum 1990 erschienenen Heft 29 als Organ der Berliner Herausgeber der MEGA. Im Vergleich zum Marx-Engels-Jahrbuch wurden hier die "weltanschaulich" kleineren, dafür aber vom Editorischen her umso interessanteren "Brötchen gebacken". Wer auf Details und deren historische Kontexte aus war, oder den Editoren einfach auf die Finger sehen wollte, fand in den "Beiträgen" allemal Verwertbares. Was bei den textkommentierenden Apparatteilen jedes neuen MEGA-Bandes zunehmend spürbar wurde, reflektierte sich zudem entsprechend in den jüngeren Heften der "Beitäge": der Versuch der Historisierung der Ideen von Marx und Engels. Aber ebensowenig, wie Marx-Engels-Forscher im Westen jahrzehntealte Klischees zu beseitigen vermochten, konnten die MEGA-Editoren letzthin durch die Funktionalisierung der Gesellschaftswissenschaften hervorgerufenen Dogmen in der Marx-Interpretation sprengen. So ist es wesentlich common sense der bisherigen "Beiträge", die permanente Vervollkommnung der Marxschen Theorie zu erklären, ohne in gleichem Maße ihre Unvollendetheit zu reklamieren. |
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Die gesellschaftlichen Umwälzungen haben die Konditionen für Marx-Engels-Forschung wie -Edition gravierend verändert. Die Edition wird ohne die bisherige Megalomanie auskommen müssen und können; dafür bietet ihre jetzt mögliche weitestgehende Internationalisierung und Akademisierung viele Chancen zur
konsequenten historisch-kritischen Behandlung der Marx-Engels-Texte. Die zahlreichen, noch unveröffentlichten, jetzt zur Edition anstehenden Texte von Marx und Engels werden so von vornherein auf vorteilhafte Weise in die wissenschaftliche Zirkulation eingeführt. Dazu gehören beispielsweise die im vorliegenden Heft angesprochenen Marxschen "Krisenhefte" von 1857/1858, das von der wissenschaftlichen Öffentlichkeit lang erwartete Originalmanuskript zum 3. Band des "Kapitals", schon aus den Jahren 1863-65 stammend, oder die interessanten naturwissenschaftlichen Exzerpte von Marx aus der zweiten Hälfte der 1870er Jahre. Manuskripte, von denen jedes auf seine Weise verdeutlicht, daß Marx entgegen bisher üblicher orthodoxer Interpretation das "Kapital" zunehmend als nur einen der "Bausteine für eine umfassendere Theorie von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Technik" (Fetscher) begriff.
Das vorliegende Heft wurde von Wissenschaftlern gestaltet bzw. herausgegeben, die z.T. langjährig mit der Edition der MEGA verbunden waren und sich ihr weiter verpflichtet fühlen. Die Herausgeber Rolf Hecker, Richard Sperl und Carl-Erich Vollgraf wünschen sich für das Programm der "Neuen Folge" das belebende Streitgespräch bei der pluralen textkritischen Analyse des Werkes von Marx und Engels. Sie danken dem Argument-Verlag, der die Veröffentlichung ermöglichte, sowie der Verlagsgesellschaft Far Eastern Book-Sellers Tokio, die einen Teil der Auflage vorfinanzierte. |
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